Werdegang und Generelles über mich:
Was ich mache: Meine beruflichen Leidenschaften sind Therapie, Didaktik (die Lehre über guten Unterricht) und das Thema Kindeswohl. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich Lehrerin oder Therapeutin werden möchte. Also bin ich beides geworden. Meine absoluten Lieblingsthemen sind gerade „Gemeinsame Erklärungen für das Unwohlsein finden, um daraus Ziele und dann Lösungswege zu entwickeln“, „Kindeswohl in der psychotherapeutischen Praxis“ und „Gewinn durch Perspektivübernahme in Fallbesprechungen“. Das spiegelt auch mein Logo wieder. Ich alleine kann nichts bewirken. Aus dem, was wir gemeinsam verstehen, wächst etwas. Aus jeder Behandlung, jeder Beratung und jedem Seminar lerne ich etwas, was sich dann wieder gemeinsam mit anderen weiterentwickelt.
Ausbildung: Für meine Ausbildung hatte ich das Institut für Verhaltenstherapieausbildung Hamburg (IVAH) ausgewählt. Dieses Ausbildungsinstitut unterrichtet Biographisch Systemische Verhaltenstherapie“. Mir hat gefallen, dass dort das Umfeld, die Vergangenheit, das Heute und die Zukunft in die Therapien einbezogen werden.
Parallel habe ich an sehr vielen Fortbildungen zum Thema Trauma teilgenommen und die Weiterbildung in Schematherapie begonnen. Mich hat interessiert, was alle großen Therapieschulen (körperorientierte, hypno-systemische, systemische, tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutische) zum Thema Traumafolgen sagen. Während meiner Ausbildung hatten wir Seminare zu Schematherapie. Hieran hat mich begeistert, dass Verhalten als Klarkomm-Versuche der Psyche (man könnte auch sagen „vom Herz“) verstanden werden. Wie bei einem Eisberg, bei dem man nur sieht, was über dem Wasser ist. Das Wichtige ist aber, was darunter passiert. Vielleicht hat ja etwas den Berg unter Wasser gerammt oder es ist unten zu warm und deshalb knackt er oben. Dann können wir lange versuchen, das Problem oben zu lösen.
Später habe ich noch eine 3-monatige Ausbildung zur Insofern erfahrenen Fachkraft im Kinderschutz (InSoFa) bei der Sozialbehörde Hamburg gemacht.
Berufserfahrung in einer Klinik: Weil ich gerne können wollte gut in Krisen zu begleiten, habe ich nach der Ausbildung fast 2 Jahre in einer Klinik gearbeitet, auch in Krisendiensten. Hier hatte ich während der Ausbildung schonmal 15 Monate auf einer Tagesklinikstation gearbeitet. Ich hatte großes Glück hier zu arbeiten. Die Klinik hatte eine Zeit, in der die Mitarbeitenden gelernt haben einzuschätzen, wie man Kindern- und Jugendlichen genug eigene Verantwortung lässt und wann man vorübergehend und so kurz wie möglich mehr Verantwortung für sie übernimmt, damit es ihnen besser gehen kann. Hier habe ich auch gelernt, dass man zu Beginn einer Therapie prüfen muss, ob die Therapie helfen kann.
Berufserfahrung in einer privaten Universität: Ich wollte auch gerne gut unterrichten können, also habe im Anschluss daran fast zwei Jahre an einer Universität gearbeitet. Hier durfte ich Studierende zu Themen wie Traumafolgen, Autismus Spektrum, Ängste, Depressionen und Vieles mehr unterrichten. Häufig haben sie mir in Zustimmung der Familien auch hinter einer Spiegelscheibe bei der Arbeit zugesehen. Hier habe ich auch gelernt, zum Thema Kindeswohl zu unterrichten und Erfahrungen darin gesammelt, Fachberatungen in meiner Rolle als "insofern erfahrene Fachkraft im Kinderschutz (InSoFa)" für Kolleg:innen durchzuführen.
Was mich bei den jeweiligen Stationen am meisten beeinflusst hat: In meinem Studium zur Lehrerin hat mich am meisten die Frage geprägt „Was kann das Kind schon?“ und die Erkenntnis, dass ich das herausfinden muss, damit wir verstehen können, was dieser Mensch als nächstes lernen kann. Wenn das, was gelernt werden soll, zu leicht oder zu schwer ist oder ganz am Menschen vorbeigeht, funktioniert das nicht.
In meiner Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin habe ich immer wieder gefragt "Was ist denn psychische Heilung? Wie funktioniert das?". Dass jeder von uns schöne Seiten und Erlebnisse in sich trägt und die, die uns nicht so gefallen, wusste ich vorher. Während der Ausbildung und der Fortbildungen in Traumatherapie und Schematherapie wurde mir aber klar, dass es darum geht, uns als ganzen Menschen wertzuschätzen. Das kann ein längerer Weg sein, der sich sehr lohnt.
Während meiner Tätigkeit in der Klinik und meiner Arbeit zum Thema Kindeswohl hat mich am meisten die Frage beschäftigt, wann eine Therapie etwas bringen kann. Deshalb prüfen wir das immer gemeinsam vor Beginn einer Therapie.
Eine Zeit lang war Jesper Juul mein Lieblingsautor. Durch ihn habe ich das Wort Gleichwürdigkeit kennengelernt. Auch, wenn man das nicht möchte, funktioniert in Helferberufen das Wort Gleichberechtigung nicht. Häufig hat die helfende Person durch irgendetwas mehr Einfluss. Also habe ich mich damit auseinandergesetzt, was es braucht, damit wir Gleichwürdigkeit leben können. Das heißt, dass jeder Mensch gleich viel wert ist, egal, ob Helfer:in oder Person, die Hilfe empfängt.
All das nutze ich so gut ich kann in Therapie, Beratung und Seminaren. Ich darf es immer wieder reflektieren und anpassen.
